Werkzeug für die Renovierung: was du wirklich brauchst
Was du in diesem Artikel lernst:
- Welches Werkzeug du in welcher Renovierungsphase brauchst
- Welche Elektrowerkzeuge sich lohnen und welche du besser mietest
- In welcher Reihenfolge du renovieren solltest
- Worauf du bei Altbauten unbedingt achten musst (Asbest)
Du hast dich entschieden: das Bad wird neu, die Wohnung bekommt frische Farbe, oder gleich das ganze Haus wird kernsaniert. Und jetzt stehst du vor der Frage: was brauche ich eigentlich an Werkzeug?
Die ehrliche Antwort: das hängt davon ab, was du machst. Tapeten entfernen braucht anderes Werkzeug als Wände einreißen. Und nicht alles musst du kaufen. Manches lässt sich für einen Tag mieten und spart dir hunderte Euro.
Wir sehen seit vielen Jahren bei unseren Kunden: wer vor der Renovierung einen klaren Werkzeugplan hat, spart sich halbe Tage im Baumarkt und doppelte Wege. Wir gehen das Schritt für Schritt durch, geordnet nach Renovierungsphase. So weißt du genau, was du brauchst, bevor du anfängst.
Die ehrliche Antwort: das hängt davon ab, was du machst. Tapeten entfernen braucht anderes Werkzeug als Wände einreißen. Und nicht alles musst du kaufen. Manches lässt sich für einen Tag mieten und spart dir hunderte Euro.
Wir sehen seit vielen Jahren bei unseren Kunden: wer vor der Renovierung einen klaren Werkzeugplan hat, spart sich halbe Tage im Baumarkt und doppelte Wege. Wir gehen das Schritt für Schritt durch, geordnet nach Renovierungsphase. So weißt du genau, was du brauchst, bevor du anfängst.
Erst die Reihenfolge: von oben nach unten
Bevor wir über Werkzeug reden, ein kurzer Punkt zur Reihenfolge. Denn das falsche Timing kostet dich doppelt Arbeit.Die goldene Regel: von oben nach unten. Decke zuerst, dann Wände, dann Boden. Wer den neuen Boden zuerst verlegt und dann die Decke streicht, darf den Boden danach reinigen. Oder neu verlegen.
Die typische Reihenfolge bei einer größeren Renovierung:
- Räumung: Alles raus, was nicht fest ist
- Abriss und Rückbau: Alte Fliesen, Tapeten, Böden, gegebenenfalls Wände entfernen
- Rohinstallation: Elektro und Sanitär (das muss ein Fachmann machen)
- Verputzen und Trockenbau: Wände vorbereiten, Rigipsplatten setzen
- Decke und Wände: Malern, Tapezieren, Fliesen
- Boden: Immer zuletzt
Phase 1: Abriss und Rückbau
Die dreckigste Phase. Hier geht es darum, Altes rauszureißen.- Bohrhammer mit Meißelfunktion: Dein wichtigstes Werkzeug für den Abriss. Alte Fliesen abstemmen, Putz entfernen, Schlitze für Kabel fräsen. Wenn du noch keinen hast: unser Bohrhammer-Ratgeber erklärt, worauf du achten musst. Für Renovierungsarbeiten brauchst du ein Modell mit SDS-Plus und mindestens 2,5 Joule Schlagenergie, plus einen Flach- und einen Spitzmeißel.
- Säbelsäge: Die unterschätzte Heldin der Renovierung. Sägt durch Holz, Metall, Kunststoff und sogar Nägel. Alte Türzargen raustrennen, Holzbalken kürzen, Rohre absägen. Ein 18V-Akku-Modell mit Pendelhub und werkzeuglosem Sägeblattwechsel macht das Leben deutlich einfacher.
- Brecheisen und Hammer: Manchmal braucht es keine Finesse. Alte Leisten abreißen, Bretter lösen, Sockelleisten entfernen. Ein gutes Brecheisen (Nageleisen) und ein Latthammer gehören in jede Renovierungskiste.
- Industriestaubsauger: Kein normaler Haushaltsstaubsauger. Ein Baustaubsauger mit mindestens 1.200 Watt Saugleistung und Staubklasse M (für mineralischen Staub). Viele Elektrowerkzeuge haben einen Anschluss für den Staubsauger. Das spart nicht nur Putzarbeit, sondern schützt deine Lunge.
Phase 2: Wände bearbeiten
- Multifunktionswerkzeug (Oszillationswerkzeug): Das Schweizer Taschenmesser der Renovierung. Mit den richtigen Aufsätzen schneidet es, schleift es, schält Mörtel ab, trennt Fugenmasse und kommt in Ecken, wo kein anderes Werkzeug hinkommt. Fein hat das erfunden (Multimaster), Bosch Professional (GOP) macht es genauso gut. Für eine größere Renovierung: nimm ein Kabelgerät, das hält länger durch.
- Winkelschleifer: Flex. Trennscheibe rein und du schneidest Fliesen, Metallrohre, alte Schrauben. Schleifscheibe drauf und du entrostest Geländer oder entfernst alte Farbe von Metall. 125 mm Durchmesser reicht für die meisten Renovierungsarbeiten.
- Dampf-Tapetenablöser: Wenn du mehr als eine Wand tapezieren willst, miete dir einen. Dampf löst den Tapetenkleber, du ziehst die Tapete in Bahnen ab. Ohne Dampfgerät schabst du stundenlang mit der Spachtel. Kosten im Baumarkt: ca. 15-25 Euro pro Tag.
- Spachtel und Glättkelle: Für die Nacharbeit: Löcher füllen, Risse spachteln, Putz glätten. Eine gute Spachtel (starres Blatt, 10 cm und 20 cm) und eine Glättkelle sind günstig und unverzichtbar.
Phase 3: Schleifen
Bei fast jeder Renovierung musst du irgendwann schleifen. Aber welche Schleifmaschine?- Exzenterschleifer: Der Allrounder. Hoher Materialabtrag durch die kombinierten Dreh- und Schwingbewegungen. Ideal zum Entfernen von altem Lack und Farbe und zur Vorbereitung von Oberflächen zum Streichen oder Lasieren. Für die meisten Renovierungsarbeiten dein erstes Schleifgerät.
- Schwingschleifer: Für feine Arbeiten und Zwischenschliffe. Wenn du zwischen zwei Lackanstrichen glatt schleifen willst, ist der Schwingschleifer besser als der Exzenterschleifer. Rechteckige Schleiffläche, gut für große ebene Flächen.
- Deltaschleifer: Dreieckige Schleiffläche. Für Ecken, Kanten und schwer zugängliche Stellen. Fensterrahmen, Treppengeländer, Profilleisten. Wenn du viele Details hast, lohnt er sich. Sonst reicht der Exzenterschleifer.
Phase 4: Sägen und Zuschneiden
- Stichsäge: Für Kurven und Ausschnitte in Holz, Kunststoff und dünnem Metall. Spülenausschnitt in der Arbeitsplatte, Loch für eine Steckdose in der Rigipsplatte, Laminat zuschneiden. Ein absolutes Basis-Werkzeug.
- Handkreissäge: Für lange, gerade Schnitte. Arbeitsplatten, Holzplatten, Bretter auf Länge bringen. Mit einer Führungsschiene werden die Schnitte millimetergenau. Kein Muss für kleine Renovierungen, aber bei größeren Projekten ein enormer Zeitsparer.
Phase 5: Boden, Malen und der Rest
- Farbroller und Pinsel: Kurzflorig für glatte Wände, langflorig für raue. Ein Teleskopstiel für die Decke. Gute Rollen spritzen weniger und verteilen die Farbe gleichmäßiger als billige.
- Abdeckfolie und Malerkrepp: Sauber abkleben, sauber abdecken. Klingt banal. Spart aber Stunden Putzarbeit. Kaufe Qualitäts-Malerkrepp, billiges Klebeband reißt beim Abziehen und hinterlässt Klebereste.
- Cuttermesser: Zum Zuschneiden von Teppich, Vinyl, Tapete, Dämmfolie. Nimm eines mit Abbrechklingen und einer Metallführung. Billige Cuttermesser verbiegen und sind gefährlich.
- Zugeisen, Schlagholz, Distanzkeile: Wenn du Laminat oder Parkett verlegst. Das Zugeisen zieht die letzten Reihen an der Wand zusammen, das Schlagholz schützt die Klickverbindung beim Einklopfen.
Werkzeug für die Renovierung: mieten oder kaufen?
Nicht jedes Werkzeug musst du besitzen. Die Faustregel:- Kaufen: Werkzeuge, die du öfter brauchst oder die Teil deines Akku-Systems sind. Akkuschrauber, Stichsäge, Exzenterschleifer, Bohrhammer. Die nutzt du auch nach der Renovierung regelmäßig.
- Mieten: Spezialgeräte, die du einmal brauchst und dann nie wieder. Dampf-Tapetenablöser, Putzfräse, Betonschleifer, Estrichschleifmaschine. Im Baumarkt ab 15 bis 50 Euro pro Tag.
- Leihen (Nachbarn, Freunde): Handkreissäge, Winkelschleifer, Laser-Entfernungsmesser. Fragen kostet nichts, und oft hat jemand im Bekanntenkreis genau das Gerät, das du für zwei Stunden brauchst.
Sicherheit: worauf du unbedingt achten musst
- Staubschutz: Renovierungsstaub ist nicht harmlos. Mindestens eine FFP2-Maske beim Schleifen, Stemmen und Sägen. Besser: den Industriestaubsauger direkt an die Maschine anschliessen.
- Gehör- und Augenschutz: Bohrhammer, Winkelschleifer und Säbelsäge sind laut und schleudern Partikel. Ohrenstöpsel (oder besser: Kapselgehörschutz) und Schutzbrille gehören an.
- Asbest im Altbau: Das ist kein Spaß. In Gebäuden, die vor 1993 gebaut wurden, kann Asbest in Putzen, Spachtelmassen, Fliesenklebern und Bodenbelägen stecken. Die Fasern sind unsichtbar und krebserregend.
Achtung: Elektro- und Sanitärinstallationen dürfen nur von Fachbetrieben ausgeführt werden. Bei Arbeiten an tragenden Wänden ist eine statische Prüfung erforderlich. Im Zweifel immer einen Fachmann fragen.
Häufig gestellte Fragen
Einen Akkuschrauber (18V, mindestens 40 Nm) und einen Bohrhammer mit Meisselfunktion. Damit deckst du Schrauben, Bohren und Stemmen ab. Alles andere kommt je nach Projekt dazu.
Für Renovierungen: absolut. Kein anderes Werkzeug kommt so gut in Ecken und an schwer zugängliche Stellen. Mörtel ausschneiden, Teppichreste abtrennen, Türzargen auf Maß kürzen. Für Kabelgeräte ab ca. 80 Euro bekommst du solide Qualität.
Werkzeuge, die du regelmäßig nutzt (Akkuschrauber, Stichsäge, Bohrhammer): kaufen. Spezialgeräte, die du einmal brauchst (Tapetenablöser, Estrichschleifer, Putzfräse): mieten. Im Baumarkt ab 15 Euro pro Tag.
Von oben nach unten, von grob nach fein: Abriss → Rohinstallation (Fachmann) → Verputzen → Decke streichen → Wände streichen/tapezieren → Boden verlegen. Den Boden immer zuletzt, damit er nicht durch vorherige Arbeiten beschädigt wird.
Visuell ist Asbest kaum zu erkennen. Gebäude vor 1993 haben ein erhöhtes Risiko. Im Zweifel: eine Materialprobe nehmen und ins Labor schicken (Kosten: ca. 30-50 Euro). Seit 2024 ist das vor Bearbeitung sogar Pflicht. Selbst entfernen darfst du als Heimwerker asbesthaltiges Material nicht.
Eine Renovierung ist ein Marathon, kein Sprint. Gutes Werkzeug macht jeden Schritt einfacher und das Ergebnis besser. Und wenn du clever mietest statt alles zu kaufen, bleibt das Budget für die Dinge, die wirklich zählen.
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Hast du Fragen oder brauchst du Hilfe? Unser Kundenservice ist für dich da und hilft dir so schnell wie möglich weiter. Ob es um Bestellungen, technischen Support oder allgemeine Informationen geht, wir hören gerne zu und finden gemeinsam eine Lösung.
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